Perfekte Fotos

Wer fotografiert schon wirklich perfekt? Beachten Sie in jeder Situation immer alle Regeln der Fotografie – oder überlassen Sie die Einstellungen Ihrer Kamera? Die modernen Digital-Kameras mit der Automatik- oder der Szene-Einstellung machen Vieles richtig. Doch – Ihre digitale Spiegelreflex-Kamera (DSLR) oder die System-Kamera (DSLR ohne Spiegel) mit den richtigen Objektiven kann noch viel mehr. Sie müssen die Möglichkeiten, die Ihnen Ihre Kamera nur nutzen. Vielleicht helfen Ihnen diese Tipps.

Tipp Nr. 1: Der Goldene Schnitt – oder die Drittregel

Der Ursprung ist der Goldene Schnitt. Zugegeben, die Formel ist wichtig – besonders in der Fotografie. Aber – die Formel ist kompliziert. Machen wir es einfacher und wenden – abgeleitet vom Goldenen Schnitt die Drittregel an. Teilen Sie das Fotomotiv – schon bei der Aufnahme – waagerecht und senkrecht in Drittel.

     

Im unteren Teil, das gepflügte Feld – in der Mitte das Rapsfeld mit den Wolken und im oberen Drittel, der blaue Himmel mit den lichten Wolken – das ist die optimale Aufteilung. Manche Kameras bieten diese Hilfe im Sucher – schauen Sie in die Bedienungsanleitung . Vielleicht finden Sie diese hilfreiche Funktion.

Sollte es bei der Aufnahme nicht geklappt haben, können Sie das Foto natürlich auf dem PC entsprechend zuschneiden.

Das obige Foto hat ein Seitenverhältnis von 4:3 – die Drittregel lässt sich relativ einfach anwenden. Etwas schwieriger ist es, wenn Sie das Foto auf das Verhältnis 16:9 – z.B. für eine Slide-Show – zuschneiden. Doch auch das geht.

Übrigen – die Drittregel gilt nicht nur für Fotos im Querformat, sondern auch für Fotos im Hochformat – probieren Sie es aus.

  

Tipp Nr. 2: Sie bestimmen das Format

Profis denken schon vor der Aufnahme daran, was Sie mit dem Foto machen wollen. Angenommen, der Sensor Ihrer Kamera lichtet das Motiv im Seitenverhältnis 4:3 ab. Dieses Verhältnis bieten Ihnen in der Regel Compact-Kameras und die digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR) der Marken Olympus und Panasonic. Nikon, Sony, Canon, Fuji usw. verwenden das Seitenverhältnis 3:2.

Regel 1: Wenn Sie die Fotos in eine Slide-Show einbinden wollen, fotografieren Sie im Querformat.

Regel 2: Wenn Sie 4:3-Fotos auf 16:9 zuschneiden wollen, achten Sie auf Bildteile, die Sie eventuell abschneiden müssen.

Regel 3: Fotografieren Sie immer in der höchsten Auflösung – Sie haben dann ausreichend Pixel zum Wegwerfen.

  

Tipp Nr. 3: Achten Sie den Horizont – lassen Sie nicht das Wasser aus dem See laufen

Profis arbeiten häufig mit dem Stativ. Sie nutzen das Stativ nur in Ausnahmefällen. Versuchen Sie daher die Kamera möglichst gerade zu halten. Leider gelingt Ihnen das nicht immer. Sofern der Horizont nicht gerade ist, richten Sie das Foto mit dem Bildbearbeitungs-programm gerade. Viele Programme verfügen über diese wichtige Funktion.

  

Tipp Nr. 4: Geben Sie dem Foto einen Rahmen

Es geht nicht immer – doch manchmal bietet es sich an. Mit einem natürlichem Rahmen machen Profis die Fotos interessanter – im Fotoalbum oder in der Slide-Show.

  

Tipp Nr. 5: Führen Sie den Betrachter ins Bild

Bieten Sie dem Auge die Möglichkeit, sich auf einen Punkt zu konzentrieren.  Besonders gut macht es sich, wenn dieser Punkt in der Mitte des Bildes liegt und Linien zu diesem Punkt führen. Das Auge wird in das Foto geführt – vom unteren Bildrand zur Spitze des Eifelturms.

Dass es nicht immer so sein muss zeigt das zweite Foto.  Hier –.in einen fast einfarbigen Bild – ist es das rote DB-Emblem ist der Punkt auf den Sie zuerst schauen – so fotografieren Profis.

  

Tipp Nr. 6: Der Vordergrund bringt Tiefe ins Bild

Man könnte meinen, beide Fotos sind o.k. Im linken Bild wird – wie unter Tipp Nr.5 beschrieben – der Betrachter über den Weg der sich perspektivisch nach hinten verengt ins Foto geführt. Im rechten Foto bringt der Vordergrund zusätzliche Tiefe. Entscheiden Sie selbst, was Ihnen besser gefällt.

  

Tipp Nr. 7: Wählen Sie ungewöhnliche Perspektiven

Oft gelingt Ihnen es nicht, alles – so wie Sie es mit Ihren Augen sehen – in der Kamera unterzubringen. In diesem Fall beschränken Sie sich auf Details und setzen Sie diese interessant ins Bild. Immer wieder werden Sie sich an Ihren perfekten Fotos erfreuen.

  

Tipp Nr. 8: Machen Sie Ihre Fotos interessanter

Vermutlich ist es auch Ihnen nicht immer möglich, die Motive optimal mit der Kamera einzufangen. Dann hilft nur noch der PC. Sie bringen das Foto mit dem Bildbearbeitungsprogramm in das gewünschte Format.

Doch bedenken Sie, alles was Sie abschneiden ist unwiederbringlich weg. Speichern Sie das bearbeitete Foto unter einem neuen Namen. Im Originalfoto (links) stört das Gebäude – schneiden Sie weg. Aus dem Querformat wir ein Foto im Hochformat. Übrigens – derartige Fotos kommen besonders zur Geltung, wenn sie auf eine Aluminium-Platte gedruckt werden. (www.whitewall.com)

  

Tipp Nr. 9: Was tun Sie, wenn das Licht nicht ausreicht?

Sie wollen im Museum fotografieren und dürfen nicht blitzen. Der Führer sagt, dass der Blitz die wertvollen Bilder zerstört. Oder – Sie stehen in einer Kirche und wollen das relativ dunkle Kirchenschiff fotografieren. Der Blitz reicht nicht aus. Sie können lediglich den Vordergrund aufhellen –  das Kirchenschiff liegt im Dunklen.

Profis wissen, was zu tun ist – sie erhöhen Sie den ISO-Wert ISO 800 oder ISO 1200. Dazu müssen Sie den Automatik-Modus an der Kamera ausschalten. Wählen Sie die Zeit vor – mindestens 1/60-Sekunde, ohne Stativ verwackeln Sie sonst das Foto. Die Kamera stellt die Blende automatisch ein.

Ein hoher ISO-Wert erhöht das Bildrauschen (Bei der analogen Fotografie sprach man davon, dass das Bild körniger wird). Doch keine Angst – die meisten digitalen Kameras verkraften einen ISO-Wert 800 problemlos.

Probieren Sie es aus. Das linke Foto ist mit ISO 800, das rechte Foto ist mit ISO 1200 belichtet.

  

Tipp Nr. 10: Wenig Licht bringt Stimmung ins Bild

Mit weichem oder diffusen Licht zaubern Sie Stimmungen – z.B. wenn die Sonne auf dem Horizont liegt oder dahinter verschwunden ist. Ob der Sonnenuntergang im Großformat an der Wand hängt, im Fotoalbum über zwei Seiten beim Betrachter Sehnsüchte nach Urlaub aufkommen lässt oder das letzte Bild bei Ihrer Slide-Show ist – Sonnenuntergänge sind immer ein Genuss. Und bedenken Sie – der Vordergrund bringt die Tiefe ins Bild.

  

Tipp Nr. 11: Gegenlicht – kein Problem

Fotografieren Sie gegen die Sonne – Sie erzielen unglaubliche Ergebnisse. Profis nutzen diese Chance. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre Kamera das viele Licht verkraften kann. Und – überlisten Sie die Belichtungsautomatik. Bevor Sie auf den Auslöser drücken, richten Sie die Kamera auf den hellsten Punkt und gehen dann – mit halb gedrückten Auslöser zurück zum Motiv. Die Kamera hat die Belichtungszeit gespeichert.

Wenn Sie jetzt auslösen, wird der helle Punkt (die Sonne) richtig belichtet und die Umgebung wird – je nach Helligkeit – unterbelichtet. Das Ergebnis sind stimmungsvolle Fotos bei hellstem Sonnenschein – Profis wissen das.

  

Tipp Nr. 12: Filter verwenden?

Nein – für Digital-Kameras benötigen Sie – eigentlich –  keine Filter. Und – Kompaktkameras haben oft kein Filtergewinde. DSLR-Kameras bieten dem ambitionierten Fotografen deutlich mehr Möglichkeiten als Kompaktkameras – damit auch den Einsatz von Filtern. Profis verwenden Filter – der wichtigste Filter ist der Polarisationsfilter (Polfilter). Er filtert Spiegelungen aus dem Motiv – Sie können durch Scheiben oder Fische im Wasser fotografieren, er filtert Dunst und bringt kräftigere Farben. Allerdings schluckt der Filter auch Licht, was bedeutet, dass Sie die Blende weiter öffnen und/oder die Belichtungszeit verlängern müssen. Alternativ können Sie – wenn nötig – auch den ISO-Wert erhöhen.

Sollten Sie – was nun wirklich sehr selten der Fall ist – zu viel Licht haben, können Sie dieses mit einem Grau-Filter dämpfen. Auf den  aus der analogen Fotografie bekannten UV-Filter – auch Sky-Light-Filter genannt – sollten Sie für Ihre Digitalkamera nicht verwenden. Es gibt Aussagen, dass dieser Filter zwar das wertvolle Objektiv schützt –  doch eigentlich nur schadet.

Verwenden Sie nur hochwertige Filter – doch diese sind relativ teuer (Polfilter bis ca. € 100,—). Nachstehend ein Foto bei dem ich einen Polfilter verwendet habe. Über die Farben kann man sicher streiten – ich finde das Foto recht gelungen.

Tipp Nr. 13: Weißabgleich manuell einstellen?

Die Frage stellt sich in der Regel auch nur bei DSLR-Kameras. Bei Kompaktkameras ist die Möglichkeit selten vorhanden – diese Kameras messen die Farbtemperatur automatisch und stellen die Kamera entsprechend des Umgebungslichtes automatisch ein.

Profis arbeiten mit DSLR- oder System-Kameras und messen bei wichtigen Aufnahmen oder schwierigen Lichtverhältnissen die Farbtemperatur. Aber – die manuelle Messung der Farbtemperatur ist recht aufwändig. Nachstehend die Anweisung dazu:

Zum manuellen Weißabgleich hält man die Kamera formatfüllend auf eine möglichst weiße oder neutral graue Fläche in der zu fotografierenden Umgebung. Auch ein weißes DIN-A4-Blatt tut es in den meisten Fällen auch, wobei sinnvollerweise die Belichtung so weit zurückgenommen wird, dass keiner der Farbkanäle übersteuert. Da jedoch viele Papiere optische Aufheller enthalten, können sie der Kamera zu blau erscheinen, was nach dem Weißabgleich dann einen Gelbstich der Bilder zur Folge hat, daher ist eine sogenannte Graukarte ideal. Nach Betätigung der entsprechenden Funktion kann der Kameraprozessor die richtige Farbtemperatur ermitteln.

Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen – das normale Tageslicht mit Sonne hat eine Farbtemperatur von etwa 5700 Kelvin. Bei bewölktem Himmel nimmt Farbtemperatur zu (ca. 8000 Kelvin)  – eine Glühlampe hat ca. 4000 Kelvin, eine Kerze 2.500 Kelvin.

Ich verzichte auf die manuelle Messung der Farbtemperatur und verlasse mich auf die Automatik meiner DSLR-Kamera. Sollte ich – was gelegentlich vorkommt – nicht mit den Farben  zufrieden sein, regle ich das mit dem Bildbearbeitungsprogramm nach – automatisch oder manuell.

Hier zwei Beispiele: Linkes Foto – Farbtemperatur 4000 Kelvin – Rechtes Foto – Farbtemperatur 5700 Kelvin

  

Tipp Nr. 14: Menschen und Tiere

Sie kennen die Fotos – eine Blumenwiese formatfüllen abgelichtet. In der Mitte der Wiese ein kleiner Punkt – Ihre Frau. Es ist leider nicht zu erkennen, dass es Ihre Frau ist – es ist eben nur ein kleiner Fleck auf dem Foto.

Profis wissen, dass solche Fotos nichtssagend sind – niemand schaut sie an. Oder haben Sie solches Foto jemals in einem Foto-Zeitschrift gesehen? (Höchsten als Negativ-Beispiel). Überlegen Sie vor der Aufnahme, was Sie fotografieren wollen – die Wiese oder Ihre Frau. Vielleicht sogar beides – dann stellen Sie doch Ihre Frau in den Vordergrund (da gehört sie hin!).

Oder – Sie fotografieren nur Ihre Frau – lichten Sie sie formatfüllend ab. Sie mag nicht fotografiert werden? Dann verwenden Sie Ihr Teleobjektiv –  gehen ein wenig vom Motiv zurück und fotografieren jetzt Ihre Frau. Ohne, dass Sie es merkt.

Die wenigsten Menschen – mal abgesehen von Models – wirken, wenn sie sehen, dass sie fotografiert werden,  auf Fotos natürlich oder entspannt. Oder – ist Ihre Frau ein Model? Also – heran an das Motiv.

Übrigens: Tiere verhalten sich ähnlich. Unbemerkt geschossene Fotos sind die besten Fotos. Und noch etwas: Menschen und auch Tiere sollen immer in das Bild hineinschauen – niemals aus dem Foto herausschauen.

  

Tipp Nr. 15: Blumen und andere Details

Profis haben keine Angst vor Nähe – sie gehen auf Tuchfühlung mit dem Motiv. Bei Nahaufnahmen (Makro-Aufnahmen) lautet die generell Regel: Vordergrund scharf – Hintergrund unscharf.

Die meisten Kameras haben eine Makroeinstellung. Dabei stellt die Kamera automatisch eine große Blendenöffnung (z.B. Blende 3,5) und eine  möglichst kurze Belichtungszeit ein.

Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie auf die Automatik verzichten, die Blende selbst einstellen, die Belichtungszeit kontrollieren und mit einem Stativ arbeiten. Digitale Spiegelreflexkameras mit Makro-Modus und/oder Makro-Objektiven bieten Ihnen die Möglichkeit bis zu 15 cm – manchmal sogar noch näher – an das Objekt heranzugehen.

Sollte Ihnen dieser Abstand noch immer zu groß sein, verwenden Sie Nahlinsen, die Sie auf das Objektiv schrauben. Das ist in der Regel nur bei DSLR-Kamera möglich.

  

Tipp Nr. 16: Verabschieden Sie sich von der Voll-Automatik

Profis arbeiten nur mit der Zeit- oder Blenden-Automatik, oft sogar nutzen sie auch die manuellen Einstellmöglichkeiten. Mehrfach wurde schon  angedeutet, dass Sie auf den Vordergrund achten sollen. Der Vordergrund bringt Tiefe ins Bild.

Häufig haben Sie Motive, bei denen der Vordergrund und der Hintergrund scharf abgebildet sein soll. Damit ist die Kamera meist überfordert. Weniger die kleinen kompakten Taschenkameras, mehr die System- und DSLR-Kameras mit den langen Rohren (Brennweiten). Der kleine Sensor und das extrem kompakt gebaute Objektiv der Super-Kompaktkameras, die nur über eine nicht abzuschaltende Automatik verfügen, ermöglichen eine Tiefenschärfe von drei Metern bis Unendlich – häufig sogar noch mehr. Und, das ist nicht immer gewollt (siehe Foto-Tipp Nr. 15).

Je kleiner die Blendenöffnung ist, umso größer ist die Tiefenschärfe. Aber – je kleiner die Blende, umso länger ist die Belichtungszeit.

Analog-Kameras besaßen einen Tiefenschärfe-Ring mit dem Sie die Tiefenschärfe ablesen konnten. Bei den Digitalkameras habe ich dieses hilfreiche Detail noch nicht gefunden. Bei DSLR-Kameras können Sie im Sucher oder auf den Display erkennen, ob das Foto die gewünschte Schärfe hat. Doch das Display ist klein. Manchmal sehen Sie erst auf dem PC-Monitor, dass die Tiefenschärfe nicht ausgereicht hat. Die Muster zeigen, wie es sein soll – Vordergrund scharf, Hintergrund scharf und trotzdem richtig belichtet.

  

Tipp Nr. 17: Fotografie braucht Ziele, Motive und Motivationen

Profis arbeiten zielorientiert – Sie präzisieren das Projekt bevor Sie mit den Aufnehmen beginnen.

Denken Sie daran, was Sie mit den Fotos machen wollen, wem Sie die Fotos zeigen wollen und wie Sie diese präsentieren wollen. Eine Slide-Show verlangt andere Fotos als ein Fotoalbum – eine Hochzeit zu fotografieren ist anders als Urlaubsbilder zu machen.

Nur ein Beispiel: Sie wollen die Fotos Ihrer Paris-Reise in eine Slide-Show einbinden und diese Ihren Freunden, Verwandten und Bekannten vorführen. Und diese sollen möglichst das empfinden, was Sie auf der Reise erlebt haben. Also brauchen Sie neben guten Fotos (schlechte, nicht aussagefähige, Fotos interessieren niemand) Titel, Szenenübergänge, Details und einen Schluss.

Die Motive finden Sie überall in Paris und auf jeder anderen Reise – einfach überall. Sie müssen sie nur sehen und fotografieren.

Und –Sie brauchen viel Motivation, um gezielt und projektorientiert Motive zu sammeln. Wenn Sie wieder zu Hause sind fehlen Ihnen vielleicht gerade die wichtigsten Bilder.

Hier sehen Sie den Titel und das Schlussbild meiner Slide-Show von unserer Paris-Reise.

  

Tipp Nr. 18: Vom Weitwinkel über die Normaloptik zum Teleobjektiv

Profis arbeiten mit mehreren Objektiven. Digitale Kameras sind in der Regel mit Zoom-Objektiven ausgestattet, die einen großen Brennweitenbereich abdecken. Aber übertreiben Sie es nicht – die Physik lässt sich nicht überlisten.

Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit den so genannten Festbrennweiten. Wir denken noch immer in den Dimensionen der analogen Fotografie – digital müssen wir umrechnen und das fällt manchmal schwer. Belassen wir es dabei und denken wir weiter analog:

Weitwinkelobjektiv: 28 bzw. 35 mm – Normalobjektiv: 50mm – Teleobjektiv: 150 bis 200 mm – oder größer.

Nun, wir wollen Gepäck reduzieren und entscheiden uns für ein Zoom mit einen Brennweite von 28 mm bis 80 mm und ein Tele-Zoom mit eine Brennweite von 70 bis 250 mm. Das sind schon einmal ca. zwei Kilogramm.

Brauchen wirklich immer alles? Nein – wir fotografieren projektorientiert und wissen, was wir benötigen. Wir überlassen nichts dem Zufall! Für den Normalfall ist das kleine Zoom völlig ausreichend. Wenn Sie jedoch Menschen unbemerkt ablichten wollen oder auf Foto-Safari in Afrika sind, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als das Tele-Zoom einzusetzen.

Übrigens: Es gibt Fotografen, die nutzen nur ein Objektiv – eine Festbrennweite mit 35 mm oder mit 50 mm – und machen damit hervorragende Fotos.

Bild links: Weitwinkel 28 mm – Bild rechts: Tele-Objektiv 300 mm.

  

Tipp Nr. 19: Sammeln Sie Fakten

Wissen Sie immer, wo Sie was gesehen und fotografiert haben? Oft stehen die Fakten am Gebäude, auf dem Wegweiser oder auf Hinweis-Tafeln. Natürlich finden Sie (fast) alles auch im Internet unter Wikipedia – doch Live is Live.

 

Tipp Nr. 20: Fotografieren Sie, bis der Auslöser glüht

Profis haben die Kamera immer dabei. Wie oft haben Sie bedauert, dass Sie die Kamera nicht dabei hatten. Es muss nicht immer die Komplett-Ausrüstung sein. Häufig reicht die kleine Super-Zoom-Kamera – diese Kameras können zwar nicht alles, doch sehr viel. Der Trend geht zur Zweit-Kamera. Auch Profis fotografieren mit den kleinen Taschenkamera – in der Stadt, beim Bergwandern, bei Ballonfliegen – einfach immer.

Der Zusatz-Tipp

Abonnieren Sie eine Foto-Zeitschrift:

Chip FOTO-VIDEO – € 55,20 für 12 Ausgaben jährlich und eine ABO-Zugabe – www.abo.chip.de

Diese Zeitschrift ist gerade für Sie gut geeignet – Übrigens Bild – Audio Video Foto werde ich abbestellen.

Wenn Sie mit Photo-Shop arbeiten und noch mehr über Bildbearbeitung und besondere Foto-Techniken wissen wollen, empfehle ich DigitalPHOTO www.digitalphoto.de – Jahresabo € 69,00

Fotos und Texte: total-digital – Wolfgang Kinder – Mail: wjkinder@aol.com

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Dia-Show mit MAGIX “Fotos auf CD&DVD”

Grundlagen für eine professionelle Dia-Show auf PC und TV

1. Die Dia-Show beginnt mit der Aufnahme

Wenn Sie mit Ihrer Kamera unterwegs sind, denken Sie immer daran, was Sie mit den Fotos später machen wollen.

Wollen Sie eine Slide-Show – deutsch: Dia-Show – erstellen, sollten Sie vorwiegend im Querformat fotografieren – oder haben Sie schon einmal einen Film mit Bildern im Hochformat gesehen?

Zugegeben, es ist eine gewisse Umstellung – aber es geht. Ich habe es ausprobiert. Sollten Sie für Ihre Fotoschau jedoch (alte) Hochformat-Bilder verwenden wollen, müssen Sie die Fotos vorher mit einem Bildbearbeitungsprogramm – z.B. Extreme 6 von MAGIX – zuschneiden. Dieses Programm liegt dem MAGIX Fotos auf CD&DVD bei. Sie können das aber auch mit jedem anderen Bildbearbeitungsprogramm machen! Das beste Bildbearbeitungsprogramm ist das Programm, das Sie am besten beherrschen.

Fotografieren Sie immer mit einer hohen Auflösung.

Die Einstellung müssen Sie an Ihrer Kamera vornehmen. Verwenden Sie die höchste Auflösung im jpg-Format – Superfine oder Extrafine. Jeder Kamerahersteller verwendet (leider) andere Begriffe.

Als Richtwert für Sie: In dieser Auflösung bekommen Sie mit einer 8.0 Mega-Pixel-Kamera auf eine 2 GB Karte ca. 300 Bilder.

Die hohe Auflösung benötigen Sie, wenn Sie in der Slide-Show nicht das ganze Bild, sondern nur einen Ausschnitt zeigen wollen – also wenn Sie das Bild zuschneiden.

Fotografieren Sie ein Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven.

Machen Sie mehrere Bilder von einem Motiv und verwenden Sie für Ihre

Slide-Show nur die besten Bilder.

Als Richtwert für Sie: Wir waren 20 Tage in Namibia und Südafrika. Traumlandschaft und viele Tiere. Ich brachte ca. 1.600 Bilder mit nach Hause. Für meine Slide-Show verwendete ich etwa 400 Bilder – und das sind 50 Minuten Slide-Show und ist für Zuschauer, die diese Länder noch nie bereist haben, fast zu viel. Für eine Kurzform von ca. 25 Minuten habe ich 200 Fotos verwendet.

2. Etwas Theorie zu den Bild-Formaten

Bevor Sie den Schritt in das digitale Zeitalter wagten, arbeiteten Sie mit analogen Kameras und machten Fotos für die Schublade oder für ein Fotoalbum.

Vielleicht mussten Ihre Freunde sich auch Ihre Dia-Shows ansehen – schon wieder ein Dia-Abend, wie stehen wir das bloß durch? Übrigens – ich spreche aus Erfahrung. Bei mir liegen noch 20.000 bis 30.000 Dias gut geordnet in den Magazinen. Anschauen will die niemand mehr – nicht einmal ich.

Also – zu den Formaten: Ihre Kleinbildkamera war genormt – alle Hersteller, abgesehen von einigen Exoten, verwendeten das Format 24 mm x 36 mm.

Sofern Sie Dias gemacht haben, hat der Projektor dieses Format exakt – leinwandfüllend – wiedergegeben.

Haben Sie Fotos im Labor abziehen lassen, wunderten Sie sich manchmal, dass der Kopf von Oma abgeschnitten war – obwohl Sie Oma doch in voller Größe mit Kopf und Füßen im Sucher gesehen haben.

Nun – das hat zwei Gründe: erstens zeigt der Sucher nicht immer alles so wie es auf den Film kommt und zweitens ließen Sie Ihre Bilder nicht immer proportional in dem Seitenverhältnis 24 x 36 – also Seitenverhältnis 2:3 abziehen.

Rechnen Sie selbst:

Seitenlänge 24 cm zu 36 cm entspricht einem Verhältnis von 2:3

Seitenlänge 09 cm zu 13 cm entspricht einem Verhältnis von 3:4,3

Seitenlänge 18 cm zu 24 cm entspricht einem Verhältnis von 3:4

Also – es wurde vom Labor immer etwas abgeschnitten – im schlimmsten Fall der Kopf von Oma.

Sie wollen Ihre Digitalen Bilder als Slide-Show auf dem Fernseher anschauen.

Der Fernseher bietet Ihnen die Bildformate 3:4 oder 16:9 – exakt. Ihre Kamera bildet die Fotos in (fast) dem gleichen Format ab. Nur die digitalen Spiegelreflexkameras von Canon, Nikon, Fuji und Sony verwenden das Format 2:3. Es gibt dabei kleine Abweichungen von Hersteller zu Hersteller.

Um die Bilder formatfüllend auf dem Bildschirm wieder zugeben, müssen Sie – besonders, wenn Sie die Bilder mit einem Bildbearbeitungsprogramm zuschneiden, darauf achten, dass das Format immer 3:4 ist. Wollen Sie Ihre Fotos auf dem auf einem modernen Flachbild-Fernseher im Format 16:9 zeigen, müssen Sie die Bilder (jedes Bild!) konsequent auf dieses Format zuschneiden.

Das MAGIX-Programm bietet Ihnen zwar die Möglichkeit, die Fotos automatisch zuzuschneiden – ich rate jedoch davon dringend ab.

Und noch etwas: schauen Sie sich die Größe und die Auflösung Ihrer Fotos auf dem PC an. Häufig übertragen Sie die Bilder von der Kamera auf den PC mit einer Auflösung von 72 Pixel/Zoll riesengroß. Passen Sie die Auflösung auf 300 Pixel/Zoll an.

3. Ordnung ist das halbe Leben

Der Computer verlangt von Ihnen, dass Sie Ordnung halten. Wenn Sie dem nicht folgen, wird der PC böse und versteckt die Dateien so, dass Sie lange suchen müssen bis Sie die Dateien finden – wenn Sie diese überhaupt finden.

Die Softwareentwickler unterstützen diese unangenehme Eigenschaft. Auch sie verstecken die Dateien – und sagen nicht, wo sie diese verstecken.

Also – Sie sind der Boss. Sie sagen dem PC was er zu tun hat – und siehe da, er tut es dann auch. Auf die Softwareentwickler haben Sie keinen Einfluss – die machen sowieso, was sie wollen.

Konkret: Am liebsten versteckt MAGIX die Dateien unter

MAGIX Fotos auf CD&DVD/My Audio Video

Aber wo steht MAGIX? Es kommt darauf an, wo Sie es installiert haben. In der Regel finden Sie MAGIX unter C:/Programme/MAGIX – oder unter C:/MAGIX.

Richten Sie sich auf einer anderen Platte oder in einer anderen Partition (D – E oder F) drei Ordner ein:

Meine Fotos – Meine Musik – Meine Slide-Show

Es ist egal, wo die Ordner stehen – möglichst aber nicht auf der C:/Programme.

Bleiben Sie konsequent!!! Für jede Dia-Show, die Sie erstellen, benötigen Sie in den drei Ordnern noch Unterordner – z.B.: 2010 Frühling.

In diese Ordner kopieren Sie Ihre zugeschnittenen, optimierten Fotos, Ihre Musik und später speichern Sie unter Meine Slide-Show Ihre Dia-Show.

Übrigens – die Softwarenentwickler sind clever. Um Speicherplatz zu sparen, ist die Slide-Show, die Sie speichern, nicht die komplette Show sondern nur ein Dateimanager. Das MAGIX-Programm merkt sich, in welcher Reihenfolge die Bilder gezeigt werden, wie lange das Bild gezeigt werden soll, wie die Überblendung aussieht, welche Musik, welche Sprachdateien und welche Texte zu Show gehören. Erst wenn Sie die DVD brennen, werden die Komponenten zusammengefügt.

Für die Profis: Wenn Sie vom Programm aufgefordert werden, wählen Sie einen Disk-Typ: Wählen Sie DVD!!! Sonst wundern Sie sich, warum die Show nicht läuft. Vielleicht schauen Sie auch einmal in die MAGIX Hilfe (F1).

4. Auf Erfolg programmiert

Sie wollen einen schnellen Erfolg? Ich zeige Ihnen, wie Sie in 15 Minuten (ohne Brennen) eine Dia-Show erstellen.

Was jetzt kommt, ist schon fast professionell – Sie sollten es trotzdem tun.

Die drei Ordner haben Sie für Ihre Show, die jetzt machen wollen, schon eingerichtet: Meine FotosMeine MusikMeine Slide-Show. Merken Sie sich, wo Sie die Ordner eingerichtet haben. Kopieren Sie die Bilder für Ihre aktuelle Slide-Show in den Ordner Meine Fotos und die dazu passende Musik in den Ordner Meine Musik .

Öffnen Sie MAGIX 9.0 – auf der Startseite wählen Sie aus, ob Sie eine neue Show erstellen oder eine alte – bereits gespeicherte Show bearbeiten wollen. Klicken Sie auf o.k. Jetzt können Sie das Format entsprechend Ihrer bearbeiteten Fotos aus. Haken in Bilder automatisch anpassen ist bei vorher zugeschnittenen Fotos o.k. Sind die Fotos nicht zugeschnitten, haben Sie den Effekt mit Omas Kopf. Klicken Sie auf o.k. – der Arbeitsbildschirm öffnet sich.

Gehen Sie auf den Button Computer – es öffnet sich der Explorer. Sie klicken sich durch die Ordner bis Sie den Ordner Meine Fotos gefunden haben (vermutlich: My Audio Video/Meine Fotos) – dann Doppelklick.

Rechts öffnet sich ein Kasten – darin stehen Ihre Fotos. Erstes Bild anklicken, Shift-Taste festhalten, letztes Bild anklicken – alle Fotos sind markiert. Gehen Sie mit der Maus auf die markierten Bilder und ziehen Sie diese nach links unten (Fotos hier her ziehen). Die Foto-Show ist fertig. Klicken Sie auf den Pfeil unter dem Bildschirm links Start-Button – und schon geht’s los.

5. Mit Musik geht alles besser – und mit Überblendungen auch.

Keine Musik? CD in den PC. Klick auf CD/DVD – Song auswählen und mit der Maus auf die Tonspur unter die Bilder ziehen. Same procedure, like Fotos. Aber – die Musik muss auf dem PC sein – nicht mehr auf der CD/DVD. Sie sollte gut geordnet in dem Ordner Meine Musik stehen.

Überblenden können Sie die Bilder mit einem Klick auf A/B (unten links auf dem Bild in der Bild-Spur. Verwenden Sie nur A) und Sie können für jedes Bild einzeln oder für alle Bilder (Auf alle anwenden) die Überblendung wählen.

6. Wie kommt die Slide-Show auf Ihren Fernseher?

Vorab: Sie müssen in Ihrem PC einen DVD-Brenner haben. Klick auf Brennen (ganz oben). Klick auf Disk Brennen. Klick auf DVD. Frage nach Speichern mit o. k. beantworten. Klick auf Brennvorgang starten. Die Show wird endcodiert – manche sagen auch gerendert, was bedeutet, dass das Programm alle Einzelelemente zu einer Gesamt-Show zusammen fügt. Das Encodieren und das Brennen dauert ziemlich lange. Die Zeit ist abhängig von der Leistungsfähigkeit Ihres PC.

7. Sind Sie zufrieden?

Sicher nicht! Aber – das war ja auch noch eine ziemlich unprofessionelle Art mit MAGIX umzugehen. Die professionelle Art lernen Sie nur durch ständiges Üben – oder Sie kommen in den SNU-Kurs Professionelle Dia-Show erstellen – was Sie jedoch nicht vom Üben entbindet. Und – haben Sie viel Geduld.

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Geheimnisse der Digitalen Fotografie

 

  Die Informationen zu den Slides erhalten Sie im Kurs des Senioren Netz Uttenreuth.

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Foto-Tipp 003 – Schlechtes Wetter gibt es nicht

 

Zugegeben, bei Sonnenschein ist das Fotografieren einfach – es gibt ausreichend Licht aber, wo Licht ist ist auch Schatten. Schatten ist nicht grundsätzlich schlecht – er kann dem Foto Tiefe geben und , dass was gezeigt werden soll hervorheben.  

 

Vorsichtig sollte man nur sein, beim Fotografieren von Personen. Natürlich kann die extravagante Sonnenbrille ein Mittel zu Gestaltung sein – doch wenn der Schatten der Augen brauen die Augen schwarz färbt, trägt die Sonne nicht gerade dazu bei, ein optimales Foto zuschießen.                                                                            

 

Das linke Foto ist sicher ein hübsches Erinnerungsfoto – die Schatten verdecken jedoch die Augen. Im rechten Foto gibt es kaum Schatten – man kann alle Details im Gesicht gut erkennen. Oft hilft ein kleiner Stellungswechsel des Fotografen oder des Modells und schon hat man ein gelungenes Foto.

Und wie sieht es bei Regen aus? Eigentlich bleibt da die Kamera zu Hause. Das muss nicht sein. Bedeckter Himmel oder gar Regen kann ein interessantes Gestaltungmittel sei. Die Farben werden klarer und das Foto wirkt ausgeglichener.

 

Hier haben wir einen Film zur Lauberberg-Legende gedreht – Sonne lieber nicht. Gegen den Regen kann man die Kamera und sich selbst schützen – und es gelingen tolle Fotos und Filmaufnahmen.

Rauchschwaden oder gar Nebel können recht stimmungsvolle Foto hervorzaubern.

  

Für den Rauch beim Grillen brauchen Sie Schatten oder bedeckten Himmel. Die Sonne frisst den Rauch auf – und den Nebel auch.

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Foto-Tipp 002 – Das richtige Licht

 

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Foto-Tipp 001 – Porträts

Foto-Tipp 001: Menschen fotografieren – Porträts

1. Welches Objektiv sollte man verwenden?

Eigentlich gibt es keine vorgeschrieben Objektiv-Einstellung für Porträts. Letztlich kann man mit jeder Einstellung fotografieren – man sollte sich nur im Klaren darüber sein, was wie wirkt.

Wie sprechen – noch immer – vom analogen Kleinbildformat. Digitalka­meras haben andere unterschiedliche Brennweiten – also müssen Sie die Brennweite auf Kleinbild umrechnen.

Dabei ist zu beachten, dass die Kamera-Hersteller unterschiedliche „Verlänge­rungs­faktoren“ verwenden. Der Verlängerungsfaktor beträgt bei Olympus 2,0, bei Nikon 1,5. Das bedeutet, dass Sie, um 50 mm Kleinbild zu erreichen, bei Olympus 25 mm und bei Nikon 32 mm einstellen müssen. Den Verlängerungsfaktor Ihrer Kamera finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

Normal-Objektiv 50 mm Kleinbild

Um eine ganze Person/Personengruppe abzulichten, wird in der Regel die Brennweite (50 mm) verwendet. Damit erreichen Sie unverzerrte, normale Proporti­onen.

Weitwinkel-Objektiv 28 bis 35 mm Kleinbild

Sofern Sie bei der Aufnahme nicht nur die Personen aufnehmen wollen, also die Umgebung mit einbeziehen wollen, empfiehlt sich ein Weitwinkel. Aber Vorsicht, wenn Sie zu dicht an die Personen heran gehen, kommt es zu deutlichen Verzerrungen. Beachten Sie aber auch, dass sich der Schärfebereich bei einer kürzeren Brennweite vergrößert.

Tele-Objektiv 80 bis 150 mm Kleinbild

Eine längere Brennweite ermöglicht einen größeren Abstand zwischen Fotograf und Modell.

Das hat den Vorteil, dass das Modell die Angst vor dem Foto (Fotografen) verliert und der Schärfe-Unschärfe Kontrast bringt eine deutliche Trennung zwischen Modell und Hintergrund.

Fazit: Bedenken Sie vor der Aufnahme immer, was Sie fotografieren wollen. Alles – das Porträt mit scharfem Hintergrund ergibt selten ein gelungenes Foto.

2. Die richtige Kleidung

„Nichts Weißes, nichts Schwarzes, nichts Gestreiftes, nichts Karierte und keine grellen Farben“, lautet die Anweisung an Fotografen für ein klassisches Porträt. Warum? Weiß überstrahlt, Schwarz verliert jede Struktur – Gestreiftes und Kariertes beginnt zu flackern. Bei grellen Farben kommt es zu Farbabrissen, weil der Kamerasensor die feinen Tonwerte nicht verarbeiten kann.

3. Die richtige Blende einstellen

In der Regel wollen Sie die Person bzw. das Gesicht des Modells scharf ablichten. Wählen Sie eine große Blende (2,8 – 4,0). Damit erreichen Sie, dass die Peron scharf, der Hintergrund jedoch unscharf abgelichtet wird.

4. Überbelichten

Wenn das Modell beispielsweise weiß gekleidet ist und als Kontrast einen farbigen (roten) Schal trägt, sollten Sie das Bild mindestens um eine Blende überbelichten. Damit erreichen Sie dass das Weiß nicht überstrahlt und der Schal nicht zu dunkel dargestellt wird.

Auf die Belichtungsautomatik ist in diesem Fall kein Verlass. Sie müssen im manuellen Modus der Kamera die Blende kleiner wählen – statt Blende 5,6 – Blende 4,0) oder die Belichtungszeit verdoppeln.

5. Kontraste

Geben Sie Ihrem Foto eine individuelle Note in dem Sie auf die auf die Licht und Schattenwerte achten. Starke Kontraste erhöhen die Konturen. Aber Vorsicht – bei zu starken Kontrasten kommt es vor, dass die eine Gesichtshälfte wegen der Überbelichtung kaum noch zu erkennen ist und die andere Hälfte in tiefem Schwarz versinkt.

Der Film in Ihrer analogen Kamer konnte derartige Probleme besser ausgleichen als der Sensor Ihrer Digitalkamera.

6. Den Standpunkt variieren und die Vorzüge des Modells erkennen

Vermeiden Sie es, das Modell direkt von vorn abzulichten. Ein Foto von der Seite oder leicht von oben oder unten bringt deutlich bessere Ergebnisse.

Jeder Mensch hat seine Schokoladenseite – versuchen Sie diese herauszufinden und setzen Sie diese in Szene. Es ist nicht wissenschaftlich belegt, doch oft ist die „Nicht-Scheitel-Seite“ die bessere Seite.

7. Versuchen Sie diese Punkte in der Praxis zu beachten

Zugegeben es ist nicht immer ganz einfach – manchmal sogar unmöglich – bei der Porträtaufnahme all die Punkte zu beachten. Das Modell ist ungeduldig, die Umgebung ist nicht immer optimal. Aber – Sie wollen doch weg vom Knipser und künftig bessere Bilder machen.

Es gibt noch weitere Punkte, die zu beachten sind – doch alles auf einmal, wäre sicher zu viel.

Aber –vielleicht wollen Sie doch noch mehr. Dann achten Sie auch auf Folgendes:

Eine dominierende Farbe ist immer ein Highlight

Die gelöste Haltung des Modells strahlt Entspanntheit aus – verkrampfte Fotos haben sie schon.

Der Blick nach vorn oder zurück (des Modells) bringt bessere Ergebnisse.

Bessere Baby-Fotos machen Sie mit einem Zoom-Objektiv.

Silhouetten bringen Dynamik ins Bild.

Der richtige Hintergrund erzeugt Räumlichkeit.

Fixpunkte schaffen Ruhe im Bild – der Betrachter weiß sofort, wo es lohnt hinzuschauen.

Wolfgang Kinder im Februar 2010

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